Gedanken
Ist Schöpfung glaubhaft?
Kurz gesagt: Ja. In drei Worten: Auf jeden Fall.
Für die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten und seine Vielfalt und Komplexität gibt es nur zwei mögliche Ursachen: natürliche oder übernatürliche.
Entweder es geschah durch rein natürliche Gesetzmäßigkeiten oder durch etwas außerhalb der natürlichen Welt. Mehr Optionen haben wir gar nicht.
Was ich glaube? Nach gründlichem Studium hat sich in mir die Überzeugung verfestigt, das Gott – genauer gesagt: der Gott der Bibel – der weise, gütige und souveräne Schöpfer des Universums, des Lebens und unserer Welt ist.
Er der Künstler, die Welt seine Leinwand. Zugegeben: Rebellion, Sünde und das Böse in seinen tausend Gesichtern haben einen dunklen Schleier über die Erde gezogen, und dennoch sind die ursprüngliche Schönheit der Schöpfung und ihr eigentliches Wesen noch immer erkennbar.
Manche meinen, Gott habe mit der Entstehung der Welt und des Universums gar nichts zu tun, ja die Existenz Gottes selbst sei zweifelhaft und eine Illusion. Und selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht, so zu denken. Nur – sie irren sich.
Einfach ausgedrückt: Entweder Gott ist Teil der Formel oder nicht.
Es gibt starke Argumente dafür. Hier nur einige davon:
- 1. Die Existenz des Lebens. Bei der Entstehung des Lebens gibt es nichts umsonst. Nur Leben erzeugt Leben. Von nichts kommt nichts, es sei denn, man begibt sich ins Reich der Legenden, Märchen und mittelalterlichen Phantasien. Alle relevanten Experimente in der Geschichte der Wissenschaft haben es immer nur bestätigt: das Gesetz der Biogenese. „Bio“ heißt Leben, „Genese“ Entstehung. Biogenese beschreibt also, wie Leben entsteht. Wenn nur Leben Leben erzeugt (was Tatsache ist), dann ist jede wissenschaftliche Erklärung, die beim Leblosen beginnt, eine Sackgasse, noch bevor sie sich auf den Weg gemacht hat. Aus diesem Grunde ist Kreation (Schöpfung) viel wahrscheinlicher als eine rein naturalistische Theorie. Kreation beginnt mit einem lebendigen Schöpfer, Naturalismus mit der Leblosigkeit.
- 2. Die Komplexität des Lebens. Das Leben ist alles andere als primitiv. Die biologische Komplexität des Lebens übersteigt beinahe unsere Vorstellungskraft. Von der Doppelhelix des DNA-Moleküls über die „einfache“ Zelle, die Existenz des Bewusstseins (viel mehr als „nur Hirn“), atemberaubend komplizierten Mikro-Biostrukturen bis zu den erstaunlichen Sehorganen des Menschen (und anderer Spezies) und Tausenden weiterer Beispiele ist das Leben außerordentlich komplex und voller Wunder. Eine naturalistische Evolution mit ihren Zwillingsmechanismen „natürliche Selektion“ und „genetische Mutation“ muss als Erklärung für einen derartig vielschichtigen und in sich verwobenen Lebenskomplex, wie wir ihn heute kennen, einfach kapitulieren. Francis Crick etwa, einer der Entdecker der DNA, wofür er 1962 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sieht die beste Erklärung für das Leben auf der Erde in einer Art Befruchtung durch Außerirdische! Diese Hypothese wirft allerdings mehr Fragen auf, als sie beantwortet, denn woher sollen solche Aliens gekommen sein – und wie sind sie selbst entstanden? Das bringt uns nicht wirklich weiter.
Doch wie kommt man überhaupt auf so eine Idee? Die Antwort liegt nahe: Für rein naturalistische Entstehungsmechanismen ist das Leben einfach zu komplex und zu spezialisiert. - 3. Die spezielle Umgebung, die das Leben braucht. Wir leben tatsächlich in einem ganz speziellen Universum. Kosmologen erkennen immer mehr, dass das Weltall unglaublich exakt abgestimmt und perfekt auf die Existenz von Leben zugeschnitten ist. Diese Feinabstimmung wird auch als anthropisches Prinzip bezeichnet (anthropos = Mensch). Es wurde aus der Einsicht geboren, wie perfekt das Universum für die Existenz und Erhaltung von Leben ausgestaltet ist. In einem Satz: Es scheint, als sei das Universum auf den Menschen hin angelegt. Die heutige Kosmologie kennt nicht weniger als 40 messbare, fixe Eigenschaften des Universums. Zum Beispiel: Die Schwerkraft, die starke Wechselwirkung, die schwache Wechselwirkung, das Verhältnis von Protonen- zu Elektronenmasse, die Massendichte des Universums, die Lichtgeschwindigkeit oder die Polarität des Wassermoleküls. Würde sich auch nur eine dieser Konstanten um den Bruchteil eines Bruchteils verschieben, wäre kein Leben möglich, nicht nur hier auf der Erde, sondern im gesamten All. Dr. Charles Towns, der für seine Laserforschung 1964 den Nobelpreis erhielt und 2005 auch mit dem Templeton-Preis bedachte wurde, sagte kürzlich: „Wir haben ein sehr individuelles Universum, das genauso und nicht anders sein musste, um Leben überhaupt zu ermöglichen.“ Dr. Towns betont nachdrücklich – und mit ihm unzählige andere Physiker, Astrophysiker und Kosmologen – dass die theistische Hypothese der Schöpfung wahrscheinlicher, wissenschaftlicher und glaubwürdiger als eine streng naturalistische Theorie. Verständlich!
- 4. Die geologische Säule und die kambrische Explosion. Charles Darwin war kein Fan der Geologie. Er nannte sie unter anderem „eine unvollkommene Wissenschaft“. Seine Abneigung gegenüber der Geologie hatte gute Gründe: Der Fossilbefund ist Darwin seinerzeit kaum zur Seite gestanden. Und das hat sich bis heute nicht gebessert, ganz im Gegenteil. Das Fehlen von Zwischenformen und die sogenannte kambrische Explosion sind nur zwei Beispiele dafür. Nach Darwins Theorie müsste es in den Fossilien von Übergangsformen nur so wimmeln. In Wirklichkeit ist der Befund sehr statisch. Im Allgemeinen lassen sich die versteinerten Organismen problemlos in die bekannten und genau definierten Familien und Gruppen einordnen. Die Millionen von Übergangsformen, die Darwins Gradualismus-Modell postuliert, sind im Grunde, nun ja – schlicht nicht da! Dieser Tatsache kann kaum zu viel Gewicht beigemessen werden. Die Abwesenheit von Übergangsformen hat neben anderen Faktoren moderne Evolutionisten dazu gezwungen, Darwins ursprüngliches Modell einer radikalen Überprüfung zu unterziehen. Der Gradualismus hat mehr und mehr ausgedient, und neue Ansätze wie der Punktualismus kommen auf. Neben dem auffälligen Mangel an Übergangsformen steht auch die kambrische Explosion offensichtlich in krassem Widerspruch zu einem rein naturalistischen Modell. Die geologische Säule besteht aus vielen verschiedenen Schichten. Jede Schicht repräsentiert eine bestimmte Ära innerhalb der geologischen Zeittafel. Am ältesten sind die untersten Schichten; je weiter man nach oben wandert, desto jünger die Schicht. So weit, so gut. Jetzt gibt es da aber ein eigenartiges Phänomen. Bis einschließlich des sogenannten Präkambriums finden sich in der geologischen Säule so gut wie keine Fossilien. Geht man jedoch nur eine Schicht höher ins Kambrium, kann man sich plötzlich vor Fossilien kaum noch retten. Man könnte meinen, das Leben sei in dieser Ära auf einmal explodiert! Das entspricht natürlich ganz und gar nicht Darwins Modell allmählicher Veränderung. Warum sollten in der kambrischen Schicht mit einem Schlag Millionen Fossilien (sprich: Leben) auftauchen? Die explosionsartige Entstehung zahlreicher Lebensformen passt eher zum Schöpfungsmodell, das die unmittelbare und allgegenwärtige Existenz von Leben durch übernatürliches Eingreifen postuliert. Der ehemalige Rechtswissenschaftler der kalifornischen Berkeley-Universität Dr. Philip Johnson, eine angesehene Autorität über Evolution und ihre Kontroversen, drückt es so aus: „Das Fossilienproblem im Darwinismus wird immer schlimmer.“ Kein Wunder, dass historisch Darwins entschiedenste Gegner vor allem Geologen waren – womöglich noch mehr als der Klerus.
- 5. Wie wir leben. Wäre die Welt nicht mehr als ein Produkt rein naturalistischer Prozesse, dann wäre Leben nicht mehr Leben – jedenfalls nicht so, wie wir es kennen, verstehen und leben. Wenn wir bloß bewegte Materie sind und das war’s, dann erstarren all unsere menschlichen Beziehungen, Gefühle, Wünsche, Triumphe, Tragödien und alles Schöne zu gestaltloser und bedeutungsloser Kälte. Und auch der freie Wille und persönliche Entscheidungsfreiheit sind nur eine Illusion.
Oder etwa nicht? Ich möchte versuchen, meine Behauptung einmal ganz anschaulich zu begründen.Das Universum funktioniert nach Naturgesetzen, die bestimmen (oder zumindest beschreiben), wie Materie auf äußere Kräfte reagiert. Die Newtonsche Physik z. B. stellt auf, dass zu jeder Aktion eine entsprechende Gegenaktion existiert. Außerdem, dass ein Objekt in der Regel in Ruhe oder gleichförmiger Bewegung bleibt, solange eine Änderung nicht durch eine von außen wirkende Kraft erzwungen wird. Art und Größe der äußeren Kraft bestimmen die Reaktion, die wiederum eine nächste Reaktion auslöst usw. usf. Wenn wir davon ausgehen, dass der Urknall ein ausschließlich naturalistisches Phänomen war, dann ist die zwingend-logische Schlussfolgerung, dass sämtliche nachfolgenden Reaktionen schon von Art, Zeitpunkt und Stärke der Erstaktion vorbestimmt sind. Niemand könnte dieses geschlossene System knacken – es wäre 100 %ig den eisern ablaufenden Gesetzen der Physik unterworfen! Auch in diesem Punkt gibt es keinen gedanklichen Spielraum. Alles, wirklich alles, sogar diese Worte, die ich gerade schreibe, wäre so schlicht das vorbestimmte Resultat bewegter Materie.
Die Liebe, die du für deinen Partner, deine Mutter oder deine Geschwister empfindest, bewegt sich rein materiell betrachtet auf der gleichen Ebene wie Verdauungsstörungen und Durchfall – ich weiß, das klingt krass, aber wenn wir die naturalistische Weltsicht konsequent durchhalten, ist es trotzdem wahr, muss es wahr sein. Liebe und Durchfall sind beide das Ergebnis chemischer Vorgänge im menschlichen Körper. Oder abstrakt gesagt: das Ergebnis der Einwirkung natürlicher Kräfte auf Materie. Prinzipiell gibt es zwischen den beiden keinen Unterschied.
Aber es wird noch schlimmer. Deine Persönlichkeit ist nur eine Fiktion. Die Entscheidungen, die du triffst, gute wie schlechte, sind gar nicht deine Entscheidungen. Alles, was du tust, stand schon lange vor deiner Geburt fest. Du tanzt einfach nur nach der Pfeife deiner DNA. Du hast nichts zu sagen. Keinen Willen. Keine Wahl. Kein Leben.
Jeder tanzt nur nach seinen Genen. Kannst du dir so eine Welt vorstellen? Leben wir so? Aber genau so eine Welt (und so ein Universum) würde übrig bleiben, wäre Gott nicht Schöpfer. Es gäbe keine Liebe, keine Schönheit, keine Gnade, keinen Triumph, keine Tragödie, keine Großherzigkeit, keine innige Zuneigung … und die Liste könnte noch lange weitergehen. Der Punkt ist: Es gäbe keinen Sinn.
Aber – Schluss mit diesem Gedankenexperiment. Denn die Welt, in der wir wirklich leben, ist so radikal anders, dass man dazu nichts weiter sagen muss. Die Welt, die einer streng naturalistischen Anschauung entspringt, ist einfach nicht die Welt, die wir tagtäglich erleben.
Schon allein deswegen kann dieses Weltbild nicht stimmen. Das Leben ist real. Das Leben hat Bedeutung, ist voll von Sieg und Niederlage, Liebe und Trauer, Höhen und Tiefen, persönlicher Freiheit und persönlicher Verantwortung. Ja, Gott bleibt der Weltallmeister im Schwergewicht. Er hat den Thron inne als Schöpfer und Erhalter des Lebens. Seine Existenz ist der Ausgangspunkt für Sinn und Erfüllung im Leben.
Schluss. Die Unterschiede zwischen den Modellen von Schöpfung und einer rein naturalistischen Evolution reichen so weit, greifen so tief, dass der Kontrast krasser nicht sein könnte. Eine Versöhnung zwischen beiden ist so unmöglich wie Feuer und Wasser zu vereinen. Es bleibt dabei: Nur eines kann wahr sein. Dieser kurze Überblick über einige Argumente für das Kreationsmodell ist längst nicht erschöpfend. Viele weitere Beweise könnten ins Feld geführt werden, aber der eigentliche Punkt ist schon jetzt klar. Wünschst du mehr Informationen, freuen wir uns, wenn du uns einfach kontaktierst. Gerne geben wir Hinweise über weiterführendes Studienmaterial.
Schöpfung ist glaubhaft. Sogar überzeugend. Christen wissen das schon seit langem, und selbst in den intellektuellen Führungskreisen der modernen Wissenschaft setzt sich diese Einsicht immer klarer durch.
Gott ist Teil der Formel. Er ist der Schöpfer. Er der Künstler, die Welt in ihrer ganzen unermesslichen Genialität seine Leinwand. Und was für ein Meisterwerk von unendlicher Vielfalt und berauschender Schönheit er gezaubert hat! Wie das alte Lied sagt: „Lobt ihn! Preist ihn! Verkündet seine Macht und Größe!“
Henry Stober | David Asscherick, 2009

